Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.
brain-freedom

#aufschrei

liebe pirat*innen, eichhörnchen etc.
mein morgenmuffeltum hat mir gerade ein bein gestellt, noch während ich im aufstehen inbegriffen war. zugegebenermassen waren meine tweets eben etwas undifferenziert und ungehalten, aber die wut, die sich in den vergangenen 2 jahren bei der piratenpartei und in den letzten 32 jahren in der gesellschaft angestaut hat, die musste gerade einfach mal raus.

ja, ich habe ein problem mit marina weisband. kein persönliches, habe sie nur einmal kurz getroffen & dann gleich wieder stehenlassen.
ihr werdet euch fragen warum...

als emanzipierter mensch, als tochter zweier feminist*innen, als nerdige frau, fühle ich mich bei den piraten nicht repräsentiert. wenn man mich zum kegelclub einlädt mit der massgabe, ich solle dieses sagen, das verschweigen und vor allem, mich 'mal anständig anziehen, einen rock und bissl schminke' (!), dann läuft hier was falsch. wenn mir meine kumpels aus dem berliner landesverband sagen, sie hätten marina und zuse nur 'wegen der geilen hupen' gewählt, dann kommt mir das kotzen.
wenn ich dann zu allem überfluss zwei heterosexuelle frauen sehe, die besoffen vor einer horde gröhlender heteromänner rumknutschen, dann verlasse ich die veranstaltung.

systemaffine frauen wie marina, die gleichzeitig vorgeben, uns alle zu repräsentieren, über die möchte ich gleichzeitig lachen und weinen. wie kann es sein, dass wir proklamieren, wir wären postgender, während unsere ehemalige (!) bundespressesprecherin ohne mandat weiter durch die medienlandschaft zieht, und dann mit so einer ausstrahlung? ich glaube nicht, dass die bösen mainstreammedien marina deshalb zur playboy-politikerin des jahres gekürt haben, weil sie so eine eloquente, gebildete frau ist.

und dann dieses elendige gerede, sie wäre politikerin. politiker*in ist imho immer noch ein mensch mit amt und würden. ist ja schade, dass die medien und das establishment nicht einsehen, dass wir themen statt köpfe wollen; noch schlimmer finde ich, dass wir dieses und andere klischees so bereitwillig bedienen.
es ist mir inzwischen egal, ob ich meinen job verliere, weil ich das hier schreibe, oder aus der partei geworfen werde. die richtung, in die wir uns in den letzten 2 jahren entwickelt haben, ist keine, in die ich jemals gehen wollte.

unsere bundestagskandidat*innen geben ein ähnliches bild ab. wo zur hölle sind die ganzen lebenserfahrenen frauen? von einigen angenehmen ausnahmen abgesehen muss man die mit der lupe suchen. da wollen mädels ins parlament, die weder ein studium abgeschlossen haben, das für diese arbeit relevant wäre, noch sonstige kompetenzen mitbringen, die man zwingend bräuchte. einzig das herz am richtigen fleck und ein paar brüste sind noch lange keine qualifikation.

postgender, das heisst, den menschen wählen, der am besten geeignet ist. findet ihr es nicht seltsam, dass 10 jahre jüngere frauen einen anspruch erheben, wenn es besser qualifizierte männer gibt, die den gleichen job wollen? und inwiefern ist das kein sexismus?!

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl