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February 03 2012
in den vergangenen tagen entspann sich in meinem bekanntenkreis die alte debatte um den sozialstaat. es fielen sätze wie "nur wer etwas leistet soll auch etwas bekommen".
nun, was leisten wir denn? man wächst in den industrienationen auf mit dem glauben, man solle nie aufhören anzufangen. was aber tun wir hier eigentlich? die angeblichen leistungsträger dieser gesellschaft verschieben fiktives geld, die welt ertrinkt in staatsschulden während es immer noch menschen mit eigenen flugzeugen gibt.
ich kann und will nicht verstehen, wieso man uns immer noch suggeriert, wir sollten parteien wählen, die "arbeitsplätze schaffen". technisierung ist dazu da, dass maschinen unsere arbeit in grossen teilen übernehmen; wie man menschen ohne lohnarbeit dafür bestrafen kann, dass die industrie ihre arbeitsplätze vernichtet hat, ist mir ein rätsel, vor allem, weil wir immer noch ein wirtschaftwachstum haben.
nun streiten sich heutzutage arbeitslose mit alleinerziehenden, den prekär beschäftigten und den rentnern darum, wer von diesen gruppen allen anderen am meisten zur last fällt. ermöglicht wird dies durch ein konglomerat von medien, politk und lobbyismus, das dermassen intransparent und vernetzt ist, dass es selbst gebildeten menschen schwerfällt, zwischen all den angeblichen nachrichten und fakten einen bruchteil der wahrheit zu erspähen.
als beispiel: selbst die, die hierzulande glauben, sie würden etwas leisten, tragen in der regel aktiv nichts zur produktion unserer lebensmittel und sonstigen konsumgüter bei. wir sitzen in büros und wälzen akten, debattieren auf mehr oder minder hohem niveau über die probleme der welt, während anderswo menschen verhungern. unsere lebensmittel bauen wir nicht selbst an, wer kann leistet sich eine putzkraft und trotz fukushima interessiert es kaum jemanden, wo der strom aus der steckdose eigentlich herkommt. wir sind zumeist mehr teil des problems als teil der lösung, halten unsere sogenannte ziviliation aber für die krone der schöpfung. die finanziell am besten gestellten leben hinter natodraht und mauern, mit wachpersonal und kameras. das ist keine freiheit, das ist knast.
wo wir gerade bei knast sind: 100 millionen wanderarbeiter in china, die mit ihren familien (kinder, eltern, grosseltern) sicher locker 70% der bevölkerung dort repräsentieren, leben in absoluter armut für dinge, die wir nicht brauchen.
die würde der menschen dort endet mit den netzen zwischen den hochhäusern, die die arbeiter am selbstmord hindern.
in meinen augen sind die menschen in der industrialisierten welt das lebensunfähigste, was die geschichte jemals hervorgebracht hat; wir sind meister darin, massenvernichtungswaffen herzustellen und eine technische infrastruktur zu entwickeln, die die ganze menschheit versklavt.
wir haben hochentwickelte wissenschaften, aber die sehen in meinen augen so aus, als würde man bei einem puzzle mit 10.000 teilen nur die einzelteile betrachten und jeden punkt einzeln analysieren und darüber vergessen, das gesamtbild zu sehen.
wir müssen anfangen aufzuhören menschen in schubladen zu stecken, unseren egoismus höher zu bewerten als das wohl aller. wir müssen aufhören in monetärem überfluss reichtum zu sehen. der wahre reichtum liegt in einer welt gleichberechtigter menschen, die von selbst einsehen, dass alle mehr davon haben, wenn man sich selbst einschränkt und freigiebig teilt.
December 10 2011
December 07 2011
December 06 2011
Frohes Fest und danke für nix, lieber Sozialstaat ^^
Liebe Mitmenschen :)
Heute morgen hörte ich im Radio, dass es noch 18 Tage bis Weihnachten sind. Zu diesem Fest der (Nächsten) Liebe wüsste ich gern, wieso beispielweise noch immer jedes vierte Kind in Deutschland ohne Frühstück zur Schule geht.
Wir haben momentan ein stetiges Wirtschaftswachstum, die verfügbaren Einkommen sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten pro Jahr um 0,9% gestiegen. Leider ist die Verteilung des Wohlstands zunehmend ungerechter geworden. In den 1950er Jahren machten die Einkommenssteuer und die Vermögenssteuer jeweils ca. 50% der Staatseinnahmen aus; inzwischen erwirtschaftet die BRD 90% aus Einkommenssteuern und die Vermögenssteuer wurde abgeschafft. Die finanzstärksten 10% verdienen im Schnitt acht mal so viel wie die ärmsten 10% der Bevölkerung. In Berlin sind 30.000 neue Wohnungen geplant, von denen 6.000 schon gebaut wurden; prognostiziert werden Preise von 9-10 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter.
Die Bundesregierung gibt schöne Texte heraus, in denen steht, dass "(...) die Quote an Transfairleistungsempfängern und -empfängerinnen ein (..) markantes Maß für das Ausmaß ökonomischer Deprivation" sei (Spezialbericht 2011-1: Zur sozialen Lage älterer Menschen in Berlin - Armutsrisiken und Sozialleistungsbezug, S. 17, Abs. 2) - nur handelt sie nicht. Trotz der Tatsache, dass das Alg II per definitionem das Existenzminimum darstellt, wird seitens der Ämter noch immer sanktioniert und gekürzt.
Die Anzahl der prekär Beschäftigten ist von drei auf acht Millionen gestiegen, der Mittelstand ist bald nicht mehr existent und die Armutsrisikoquote, respektive der Anteil der Bevölkerung mit weniger als 60% des Medians der Nettoäquivalenzeinkommen, liegt in der Generation 50plus in Berlin bei 37,6%. Mehr als 20% der Menschen in Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln gelten als armutsgefährdet, während in Steglitz-Zehlendorf mehr als 20% als einkommensreich gelten (in Lichtenberg z.B. nur jede/r vierzigste).
Insgesamt erhalten 18,6% der BerlinerInnen Sozialleistungen, an denen jetzt, laut Zielvorgabe der CDU, auch 10% gespart werden soll. (Anmerkung: Wowereit sagte auf Nachfrage der Piraten, dass er glaube, die CDU würde mit dem neu erhaltenen Sozialressort verantwortungsvoll umgehen!!!).
Wenn man Politik im eigentlichen Sinne definiert, sind die Piraten scheinbar die einzige politische Kraft, die den Anspruch hat, den Fokus auf das Gemeinwesen zu legen. Ich wünsche mir, dass wir alle die Kraft in unserer Wut finden, es besser zu machen als unsere Vorgänger.
Vielleicht wissen wir noch nicht genau, wie ein BGE finanzierbar ist, aber die, die zur Rettung der Banken gerade ganze Volkswirtschaften zugrunde richten, die sollen uns bitte nicht danach fragen; wir haben eh genug damit zu tun, euren Scherbenhaufen aufzuräumen und uns in den Filz einzuarbeiten, den ihr uns hinterlassen habt.
October 22 2011
the new.
we drift from block to block, from city to city, traversing continents and timezones. we live in cheap hostels, tiny flats and abandoned structures, scavenging the left-overs of a fallen industrial society. we speak many tongues, but one language. we smell riots long before they happen, and sense wireless hotspots. we distrust all that claim to lead us, and fear those who pretend to protect us. we inhabit worlds within our heads our ancestors didn’t dare to dream about. we are leaving their dreams of wealth behind and spin new ones of liberty and life.
– kewagi
via scriffon.com
I wrote this a while ago. It fits the present, methinks.
Reposted from
kewagi
September 23 2011
Liebe PiratInnen
Gut, vielleicht haben wir Männer in Kleidern und mehr Schwule als Heteros, aber der Presse zu sagen wir hätten keinerlei Frauenproblem, ist nicht die ganze Wahrheit.
Wir sind deutlich weniger biologisch weibliche als männliche Menschen in der Partei, das ist Fakt. Das wisst und fühlt ihr alle, auch wenn unsere Parteistatistik das Geschlecht nicht erfasst.
In meinen Augen hat das verschiedene Gründe:
1. Wir sind eine Partei, die aus der Hackercommunity heraus entstanden ist; dort sind, vermutlich wegen der geschlechtsspezifischen Sozialisierung in dieser Gesellschaft, überwiegend Männer.
2. Wir haben scheinbar die "normal" sozialisierten Frauen noch nicht erreicht, sonst wären wir mehr.
3. Wir haben nur eine Frau auf der Landesliste, Das lässt sich auch mit post-gender Position nicht wegdiskutieren, dass die Gleichberechtigung zwar da sein mag, aber offensichtlich nicht genutzt wird. Es hat ja nur Zuse für die Landesliste kandidiert, obwohl wir mehr als eine kompetente Frau in der Partei haben.
4. Die meisten PiratInnen spielen nach gesamtgesellschaftlich akzeptierten Normen mit. Es scheint für die Frauen in unserer Partei nur diese Rollen zu geben: Arbeitstier in der dritten Reihe, Vorzeigeweibchen für die Presse und Betthäschen.
Es kotzt mich, offen gesagt, an, wenn mich schwule Parteikollegen begrüssen mit "Ich wäre ja auch gern mal so eine süsse kleine Tittenmaus wie du, das ist bestimmt super im Wahlkampf." oder mir drei Parteikollegen eindeutige Angebote machen, nachdem ich frisch getrennt das erste Mal wieder im Kinski war.
Das mag man geneigt dem Nerdtum dieser Menschen zuschreiben, aber liebe Männer: ist es nicht an der Zeit, sich von seiner Pubertät zu emanzipieren? Ich bin es leid, bei jedem Treffen hören zu müssen, welche Frau sich an wechselnde Parteimitglieder wegschmeisst, wer von uns Piratinnen die schönsten Brüste hat und auf dem Frauentreffen mit Sekt und Cupcakes überschwemmt zu werden. Wer als Frau nicht schlagfertig ist, der geht sicher bei uns unter. Ich möchte mehr über Politik und Soziologie mit euch reden, als über Porn und die neusten Memes. Ich bin euch ja gewachsen, aber was ist mit den Frauen da draussen, die keine "Ausstrahlung haben wir ein zwei Meter grosser Türsteher" (danke nochmal, count ;))
Man sagt ja umgangssprachlich, wer ficken will, muss freundlich sein. Diesen Rat möchte ich an dieser Stelle weitergeben. Nur wer seine Mitmenschen konsequent mit dem selben Respekt behandelt, wird Beziehungen jedweder Art zu anderen finden, die nicht nur am Image kratzen.
“ The most solid advice for a writer is this, I think: Try to learn to breathe deeply, really to taste food when you eat, and when you sleep really to sleep. Try as much as possible to be wholly alive with all your might, and when you laugh, laugh like hell. And when you get angry, get good and angry. Try to be alive. You will be dead soon enough. ”— William Saroyan
Reposted from
margotblue
February 23 2011
some years ago a friend of mine visited a hackerspace with me. when asked who we were he gave a brief description of himself and then said: thats brain, she'll write a book some day. it struck me as lightning as i realised i had always been wanting to do that. where to start was what kept me from writing aynthing at all
as i look at the ever changing world atm i guess the first thing that comes to mind are the concepts of fear and greed.
society tells us that there are others who want to take our wealth, freedom or whatever - we believe that since we were born and raised in a society that regards people as human capital and life as an endless competition. in fact, we spend so much time worrying about money issues and other problems of everyday life that we forget to see the things that are right in front of our very eyes.
to me, someone who thinks of humans as being devided into good/bad people by religion, social or financial status, race or whatever, hasn't understood the fundamental idea of humanism. there are no others, we are all the same. every human has the same value.
we tend to forget the worth of an open society and the endless possibilities of access to wisdom, art and enlightenment for everyone cause we're being kept busy always wanting more.
the basic principle of capitalism is a need for something that can never be fulfilled. for a capitalist, there is no such thing as enough. wishes are being created, people are being alienated by their fellow humans for the sake of all that made us human in the first place. i can't tell whether i would shoot someone if i was threatened to die instead but i know for certain, that none of us want to consume when the price is the wellbeing of our global society.
in my humble opinion the media play with our emotions to sell rational conclusions. we are being diverted to keep us from marching down the street together. that only works as long as you believe that we are not all the same. call me a huge hippie but to me the fact that i dislike some doesn't change their value.
ignorance seems to be the source of all evil here but when i took a closer look i realised it all comes down to fear. well, we are being born to believe that anything is possible. that leads to several conclusions: we are being born as little princes and princesses in the western world. if we don't make it, it's either our own fault or someone else's; like nazis blaming immigrants for taking their jobs.
we fall into a depression, we fear for our existence. people in shock can't think straight. if we want to overcome the system before it kills yet more life on earth, we have to sit down and reflect the fears our opinions were built on before we can make the system fall without crashing too many of us.
as i look at the ever changing world atm i guess the first thing that comes to mind are the concepts of fear and greed.
society tells us that there are others who want to take our wealth, freedom or whatever - we believe that since we were born and raised in a society that regards people as human capital and life as an endless competition. in fact, we spend so much time worrying about money issues and other problems of everyday life that we forget to see the things that are right in front of our very eyes.
to me, someone who thinks of humans as being devided into good/bad people by religion, social or financial status, race or whatever, hasn't understood the fundamental idea of humanism. there are no others, we are all the same. every human has the same value.
we tend to forget the worth of an open society and the endless possibilities of access to wisdom, art and enlightenment for everyone cause we're being kept busy always wanting more.
the basic principle of capitalism is a need for something that can never be fulfilled. for a capitalist, there is no such thing as enough. wishes are being created, people are being alienated by their fellow humans for the sake of all that made us human in the first place. i can't tell whether i would shoot someone if i was threatened to die instead but i know for certain, that none of us want to consume when the price is the wellbeing of our global society.
in my humble opinion the media play with our emotions to sell rational conclusions. we are being diverted to keep us from marching down the street together. that only works as long as you believe that we are not all the same. call me a huge hippie but to me the fact that i dislike some doesn't change their value.
ignorance seems to be the source of all evil here but when i took a closer look i realised it all comes down to fear. well, we are being born to believe that anything is possible. that leads to several conclusions: we are being born as little princes and princesses in the western world. if we don't make it, it's either our own fault or someone else's; like nazis blaming immigrants for taking their jobs.
we fall into a depression, we fear for our existence. people in shock can't think straight. if we want to overcome the system before it kills yet more life on earth, we have to sit down and reflect the fears our opinions were built on before we can make the system fall without crashing too many of us.
January 02 2010
is it possible to overcome being hurt once you've realised that people you don't respect don't have any meaning, whatever they might say?!
nothing is something without any context.
as long as things can hurt you terribly you are very alive ;)
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